Jona.Solv
[20.07.2026] | // EINTRAG_NOTIZ

Anführungszeichen oder doch lieber Guillemets?

Anführungszeichen oder doch lieber Guillemets?

Mal eine Geschichte aus dem Alltag eines Autors: Man schreibt monatelang vor sich hin und hat am Ende 550 oder mehr Seiten zu Papier gebracht. Man achtet penibel auf den Satzbau, feilt an Ausdrücken, stellt sicher, dass keine Plotholes entstehen und die gesamte Story in sich logisch und nachvollziehbar bleibt. Dann kommt der Moment, in dem man das Manuskript noch einmal überarbeitet – nicht nur einmal, sondern so oft, wie es eben nötig ist.

Und genau in diesem Prozess fiel es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen. Wenn man so tief im Text steckt, stört das Auge plötzlich eine Kleinigkeit, die beim reinen Schreiben des Manuskripts noch völlig irrelevant war: die verwendeten Satzzeichen bei Dialogen.

Beim Schreiben selbst hatte ich lediglich die standardmäßigen, geraden Computer-Anführungszeichen (") verwendet. Erst wusste ich gar nicht genau, was mich optisch daran gestört hat. Doch dann stieß ich beim Scrollen durch einige TikTok-Reels auf die entscheidende Information: Guillemets als professionelle Alternative für die Anführungszeichen.

Was sind Guillemets?

Guillemets (oft auch als französische Anführungszeichen bezeichnet) haben die Form von zwei spitzen Klammern (» «). Im französischen Schriftbild zeigen die Spitzen nach außen. Im Deutschen verwenden wir sie genau entgegengesetzt – also mit den Spitzen nach innen.

Warum ich mich dafür entschieden habe? Ganz einfach: Meiner Meinung nach (und da bin ich sicher nicht allein) wirken Guillemets wesentlich eleganter als die klassischen, geraden Anführungszeichen. Sie schmiegen sich optisch viel harmonischer an den Text an und beruhigen das gesamte Schriftbild.

Der Weg zum geänderten Manuskript

Da stand ich nun: Das Manuskript war fertig und ich fragte mich natürlich, ob es wirklich Sinn macht, jetzt noch einmal alles anzupassen und durchzuarbeiten. Aber mir persönlich ist eines extrem wichtig: Ich möchte meinen Lesern nicht nur eine Geschichte schenken, die ihre Zeit wert ist, sondern auch ein fertiges Buch abliefern, das den höchsten Qualitätsstandards standhält. Auch wenn ich als Self-Publisher alles selbst in der Hand habe und im Alleingang stemme – das darf keine Ausrede sein, um die Qualität auf Kosten der Leser schleifen zu lassen. Aber wie stellt man das bei über 550 Seiten an, ohne wochenlang Zeichen für Zeichen zu tauschen?

Mein Retter: Vellum

Gute Tools dürfen Geld kosten – das war schon immer mein Credo. Vor einigen Wochen habe ich mir die Layout-Software Vellum für macOS zugelegt und ich habe keinen einzigen Cent bereut. Vellum übernimmt nicht nur das gesamte Aufbereiten des Skripts, kümmert sich um das Design, die Beschnitte und Abstände, sondern bietet auch geniale Funktionen, um extrem schnell professionelle Ergebnisse zu erzielen.

Stellt euch vor, ihr müsstet auf 550 Seiten jedes einzelne Anführungszeichen manuell suchen und abändern. Mit Vellum hat das keine zwei Minuten gedauert! Der Zauber dahinter? Ein intelligentes Zusammenspiel aus den macOS-Systemeinstellungen und der Suchen-und-Ersetzen-Methode.

Um das so schnell zu erledigen, braucht es auf dem Mac nur eine kleine Anpassung:

  1. Geht in die Systemeinstellungen -> Tastatur -> Eingabequellen -> Bearbeiten.

  2. Hier könnt ihr festlegen, dass bei der Eingabe von doppelten Anführungszeichen automatisch die Guillemets (» «) gesetzt werden.

Das ändert das bestehende Manuskript natürlich noch nicht automatisch. Dafür öffnen wir die Datei in Vellum und nutzen die Funktion Suchen und Ersetzen (Find and Replace).

  • Bei Finden: " eingeben.

  • Bei Ersetzen: Ebenfalls " eingeben (durch unsere Systemänderung wandelt der Mac das eingegebene Zeichen beim Tippen im Ersetzen-Feld direkt in das korrekte Guillemet-Zeichen um!).

Ein Klick auf Start – und kurze Zeit später war das komplette Mammut-Manuskript fehlerfrei abgeändert. Das Ganze hat mich insgesamt keine fünf Minuten gekostet. Das Ergebnis sieht jetzt deutlich eleganter, sauberer und professioneller aus und braucht sich vor keinem Verlagsbuch zu verstecken.

Was meint ihr dazu? Achtet ihr als Leser auf solche Details im Buchsatz? Schreibt es mir gerne auf meinen Social-Media-Kanälen!

Euer
Jona

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